Zahnimplantate

Was ist ein Zahnimplantat?

Bei Zahnimplantaten (kurz „Implantat“) handelt es sich um künstliche Zahnwurzeln, die in der Regel aus Titan bestehen und im Kieferknochen eingepflanzt (lat.: „implantare“) werden. Nachdem das Implantat im Knochen eingeheilt ist (Dauer 3-​6 Monate) wird auf diesem die künstliche Zahnkrone befestigt. Aufgrund ihrer guten Verträglichkeit und Haltbarkeit sind Implantate eine der wichtigsten Therapien in der modernen Zahnmedizin.

 

Für welche Situationen ist eine Implantat geeignet?

Hier lassen sich vor allem drei Hauptbereiche unterscheiden:

  1. Die Einzelzahnlücke

Durch ein Implantat kein eine Einzelzahnlücke verschlossen werden ohne die Nachbarzähne großflächig für eine Brücke zu beschleifen und so gesunde Zahnhartsubstanz zu entfernen.

  1. Vermeidung von herausnehmbaren Zahnersatz (Prothesen)

Falls mehrere Zähne fehlen ist es häufig nicht mehr möglich festsitzenden Zahnersatz herzustellen. Durch Implantate kann man neue Pfeiler schaffen, auf denen Zahnersatz befestigt und somit auf herausnehmbaren Zahnersatz verzichtet werden kann.

  1. Befestigung /​ Stabilisierung von herausnehmbaren Zahnersatz (Prothesen)

Falls doch ein herausnehmbarerer Zahnersatz hergestellt werden soll ( vgl. herausnehmberer vs. festsitzender Zahnersatz) dienen Implantate zur Stabilisierung von diesem. Hierbei können Implantate mit noch vorhandenen Zähnen kombiniert werden.  Falls bereits eine Totalprothese vorhanden ist oder diese notwendig wird, sorgen Implantate vor allem im Unterkiefer für einen festen Sitz von dieser.

 

Wie lange hält ein Implantat?

Mittlerweile bestehen für die Versorgungen mit Implantaten gute Langzeiterfahrungen. Diese zeigen, dass Implantate eine gute Haltbarkeit und Stabilität aufweisen. Neben einem stabilen Material ist natürlich die gute Pflege der Implantate, wie bei natürlichen Zähnen, ein entscheidender Faktor um eine Haltbarkeit von mehreren Jahrzehnten zur erzielen. Dafür bedarf es der guten Pflege seitens des Patienten als auch der Unterstützung der Pflege durch professionelle „Zahn-“/ Implantatreinigung.

 

Welche Implantat-​Hersteller werden verwendet?

Wir legen Wert auf Bewährtes und verwenden aufgrund dessen nur Implantatsysteme von einem der Top 5 Implantatherstellern aus Deutschland.

Hinweis: Die Angabe der Marke ist aus rechtlichen Gründen auf der Homepage untersagt, da eine Produktwerbung von Ärzten vermieden werden soll. Auf Anfragen seitens der Patienten direkt können wir natürlich jederzeit problemlos antworten.

 

Welche Ärzte setzen ein Implantat?

Mit dem Erwerb seiner Approbation ist es jedem  Zahnarzt in Deutschland erlaubt Implantate zu setzten.

Das reicht uns natürlich nicht aus! Der Erfolg der Implantation ist vor allem von der chirurgischen Erfahrung des Operateurs abhängig. Deswegen werden die Implantate in unserer Praxis durch einen Fachzahnarzt für Oralchirurgie mit zusätzlicher Spezialisierung auf dem Gebiet der Implantologie geplant und implantiert.

 

Ist eine 3D-​Röntgenaufnahme vorher sinnvoll?

Eine dreidimensionale Röntgenaufnahme ist immer dann sinnvoll, wenn das vorhandene Knochenangebot für die Implantate kritisch ist und sich ggf. nicht zu verletzende Strukturen wie z.B. Nerven in der näheren Umgebung des geplanten Implantates befinden.

 

Was kostet ein Implantat?

Seit Januar 2005 zahlen die gesetzlichen Krankenversicherungen in Deutschland auch für implantatgetragenen Zahnersatz einen Festzu- schuss. Dieser wird jedoch ausschließlich für den Zahnersatz auf den Im- plantaten gewährt und nicht für die chirurgische Versorgung. Der Festzu- schuss richtet sich nach der so genannten Regelversorgung. Dies ist eine Krone, Brücke oder Prothese, die für einen bestimmten Ausgangsbefund den Mindeststandard darstellt.

Einen Überblick über unsere Implantatpreise erhalten Sie in unserer Preisliste.

 

Wie läuft eine Implantatbehandlung ab?

Am Anfang der Behandlung steht die Planung. Nach klinischer und röntgenologischer Untersuchung wird mit Ihnen besprochen welche Möglichkeiten der Versorgung mit Implantaten Sie haben und welche Risiken und Komplikationen dabei auftreten könnten. An einem weiteren Termin wird das Implantat gesetzt. Bei der OP handelt es sich um einen Routineeingriff der nicht länger dauert als andere zahnärztliche Eingriffe (30-​60 min.). Der Eingriff findet unter sterilen Bedingungen statt. In der Regel reicht eine örtliche Betäubung aus. Bei umfangreicheren implantologischen  Eingriffen kann auf Wunsch des Patienten die Behandlung auch in Sedierung durchgeführt werden.  7-​10 Tage nach der OP wird das implantat kontrolliert und Fäden entfernt. Die Einheilzeit für zahnärztliche Implantate beträgt im Regelfall 3-​6 Monate. In einigen Fällen können Implantate auch sofort belastet werden. Nach der Einheilphase wird das Implantat mit dem Zahnersatz  (der sogenannten  Suprakonstruktion) versorgt. Das kann je nach Fall eine Zahnkrone oder auch größerer Zahnersatz sein.

 

In einigen Fällen sind vor oder während der Implantatsetzung weiter Maßnahmen notwendig. Die häufigsten sind Maßnahmen zum Knochenaufbau ( Knochenblock oder sogenannter Sinuslift).  Diese Maßnahmen sind höchst individuell und werden im Rahmen der Planung und Beratung ausführlich mit Ihnen besprochen.

 

Ist eine Implantation schmerzhaft?

Der chirurgische Eingriff erfolgte wie oben beschrieben unter örtlicher Betäubung und ist deshalb grundsätzlich schmerzfrei. Nach Abklingen der Betäubung treten gelegentlich normale Wundheilungsschmerzen auf. Diese sind aber durchaus erträglich und klingen schnell ab. In jedem Fall lassen sie sich mit bestimmten Schmerztabletten gut behandeln.

 

Was muss ich vor und nach der Implantation beachten?

Am Tag der OP sollten Sie wie üblich die Zähne putzen und eine Kleinigkeit vor dem Eingriff essen.  Nach der Behandlung müssen die entsprechenden „Regeln nach einer Implantat Setzung“ eingehalten werden.

 

Von entscheidender Bedeutung für die Haltbarkeit von Implantaten ist die regelmäßige Kontrolle durch den Zahnarzt sowie eine professionelle durch speziell ausgebildete Fachkräfte. Zahnstein und ältere Beläge an Implantaten müssen unbedingt vermieden werden. Wir empfehlen deshalb eine professionelle Zahnreinigung mindestens zweimal jährlich. Beim Bestehen besonderer Risiken (vorhergehende Parodontose, Diabetes oder ähnliches) viermal jährlich. Nur dadurch lassen sich langfristig schädigende Prozesse am Implantat aufhalten und ausheilen.

 

Wer verträgt ein Implantat?

Die von uns verwendeten Implantate bestehen aus Titan. Dieses ist das am besten vom menschlichen Körper angenommene Material. Da Titan keine allergenen Bestandteile enthält, verhält es sich im Körper völlig neutral. Somit sind keine Allergien gegen Titanimplantate bekannt geworden. Üblicherweise gibt es nach einer Einheilphase keinerlei Abstoßungsreaktionen.

Ob ein Implantat erfolgreich einwächst ist dagegen von einer Vielzahl von Faktoren abhängig. In besonderen Krankheitsfällen ist  die Versorgung mit einem Implantat vorab zu klären.

Besondere Abklärung ist erforderlich bei folgenden Erkarnkungen:

  • Während einer Chemotherapie
  • Einnahmen von Bisphosphonaten (z.B. bei Behandlung von Osteoporosen oder zur Verhinderung von Knochenmetastasen)
  • Schweren Knochenerkrankungen
  • Bluterkrankungen wie Leukämie oder besondere Gerinnungsstörungen
  • Schwere Störung des Immunsystems
  • Bestrahlte Kieferknochen, schwere und nicht eingestellte Stoffwechselerkrankungen
  • Nicht eingestellter Diabetes
  • Unbehandelte Parodontose-​Erkrankung

Ob ein Ausschlussgrund für ein Implantat vorliegt wird durch unsere Ärzte gegebenenfalls in Zusammenarbeit mit Ihrem betreuenden Hausarzt oder Facharzt ausführlich abgeklärt.

 

Kann implantat-​getragener  Zahnersatz erneuert oder – wenn weitere Zähne verloren gehen – erweitert werden?

Ja. Der Zahnersatz kann jederzeit erneuert oder verändert werden. Ein Einzelzahnimplantat kann auch nach vielen Jahren problemlos in einen Pfeiler für eine Brücke oder Prothese umgewandelt werden.